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Pflege

Pelz richtig pflegen & lagern

Ein Pelz besteht aus zwei Teilen, die beide altern: dem Haar und der Lederseite darunter. Wer beide schützt, hat Jahrzehnte etwas davon. Die meisten Schäden an alten Pelzen entstehen nicht durch Tragen, sondern durch falsche Lagerung.

Warum Pflege der Kern der Nachhaltigkeit ist

Langlebigkeit ist der eigentliche ökologische Vorteil von Naturpelz. Ein Stück, das gepflegt wird und Generationen übersteht, ersetzt viele billige Winterjacken. Vernachlässigte Pflege dagegen macht aus einem reparablen Mantel in wenigen Sommern einen Fall für die Tonne — durch ausgetrocknetes, brüchiges Leder oder Mottenfraß.

Die Lederseite — der oft vergessene Teil

Sichtbar ist das Haar, doch über die Lebensdauer entscheidet die Lederseite darunter. Sie besteht aus gegerbter Haut und bleibt nur geschmeidig, solange sie eine gewisse Restfeuchte behält. Trocknet sie über Jahre aus — etwa durch Heizungsluft oder einen zu warmen Lagerort — wird sie hart und brüchig, und das Fell reißt an Belastungsstellen wie Schultern, Ärmeln und Taschen ein. Solche Risse lassen sich später kaum noch unsichtbar schließen.

Anders als Schuhleder sollten Sie die Lederseite eines Pelzes nicht selbst einfetten: Hausmittel wie Öle oder Cremes ziehen ins Haar, verkleben es oder werden mit der Zeit ranzig. Das fachgerechte Rückfetten und Geschmeidighalten (das sogenannte „Läutern") gehört in die Kürschner-Reinigung. Zu Hause zählt vor allem das richtige Raumklima — mäßige Luftfeuchte und Abstand zu jeder Wärmequelle.

Handhabung im Alltag

So ja

  • Breiter, gepolsterter Bügel, damit die Schultern nicht ausleiern
  • Locker hängen lassen, nicht quetschen
  • Nass gewordenen Pelz bei Zimmertemperatur langsam trocknen lassen und ausschütteln
  • Flecken vorsichtig abtupfen, nicht reiben
  • Gelegentlich mit einer weichen Bürste in Haarrichtung ausbürsten

So besser nicht

  • Föhn, Heizung oder direkte Sonne zum Trocknen — das Leder trocknet aus und reißt
  • Parfüm, Haarspray oder Deo auf den Pelz
  • Umhängetaschen mit schmalem Riemen (scheuern das Haar durch)
  • In Plastik pressen oder eng zusammenrollen
  • Waschmaschine oder normale chemische Reinigung

Richtig lagern über den Sommer

Pelz mag es kühl, dunkel und luftig. In der warmen Jahreshälfte, wenn er ohnehin nicht getragen wird, kommt es auf das Klima an:

Mottenschutz

Kleidermotten sind die häufigste Ursache für ruinierte Pelze. Vorbeugen statt bekämpfen:

Reinigung — Sache des Kürschners

Ein Pelz gehört nicht in die normale Textilreinigung und schon gar nicht in die Waschmaschine. Die Fachreinigung beim Kürschner ist ein eigenes Verfahren, das Schmutz aus dem Haar löst und die Lederseite pflegt, damit sie geschmeidig bleibt. Als Faustregel gilt: alle ein bis drei Jahre, je nach Tragehäufigkeit. Wird der Pelz viel getragen, öfter.

Übersommerung beim Kürschner. Viele Betriebe bieten an, Pelze über den Sommer im klimatisierten Kaltlager aufzubewahren — mottensicher, bei geregelter Temperatur und Luftfeuchte, gegen eine überschaubare Gebühr. Für wertvolle Stücke ohne kühlen Lagerplatz zu Hause die sicherste Lösung.

Kleine Reparaturen — und wann zum Profi

Aufgegangene Nähte, ein loser Haken oder ein ausgerissenes Futter lassen sich oft noch mit etwas Geschick sichern. Sobald aber die Lederseite reißt, größere Stellen kahl werden oder ein Stück umgearbeitet werden soll, ist die Kürschnerei der richtige Ort. Was aus einem nicht mehr tragbaren Mantel noch werden kann, steht im Ratgeber zu Verkauf, Umarbeitung und Weitergabe.

Ein einfacher Jahresrhythmus. Im Herbst vor der Saison ausschütteln und in Haarrichtung ausbürsten; im Winter locker hängend tragen und aufbewahren; im Frühjahr vor dem Einlagern auf Motten und Fraßspuren kontrollieren und bei Bedarf reinigen lassen; im Sommer kühl, dunkel und atmungsaktiv verpackt übersommern. Wer diesen Rhythmus einhält, verhindert die allermeisten Schäden von vornherein — Pflege ist bei Pelz fast immer günstiger als Reparatur.

„Gepflegter Pelz altert nicht — er bekommt Geschichte."